Very british

Sie sind ja immer noch da. Und so schnell gehen sie wohl auch nicht weg.

Und ich rede hierbei keineswegs über Horst Seehofer, der nach elf Jahren nicht mehr CSU-Vorsitzender ist, aber dennoch in Berlin als Bundesminister bleibt.

Nein, heute geht es um die britische Insel. Großbritannien und der Brexit. Etwas, das von vornherein nicht funktionieren konnte. Denn der Brexit war ein Modewort, etwas, dass 2016 auf dem Papier hätte funktionieren können.

Wobei, nicht einmal das. Denn das einzige Papier, welches dort etwas plante, lässt sich in den Wortschatz von Donald Trump integrieren: Auf die Frage noch der absoluten Apokalypse konnte man mit „Yes“ oder mit „No“ antworten. Das war´s.

Ich mein`, die Briten waren schon immer komisch. 1975 lag ein Friedensabkommen für den Konflikt zwischen Nordirland und Irland auf dem Tisch. Schon 1998 wurde genau dieses Papier angenommen. Wenn die Brexit-Prozedur genauso wird, wird sie ein sehr zäher Weg – und viele Menschenleben kosten.

Vielleicht nicht so drastisch. Denn politische Karrieren hat es schon in den ersten zweieinhalb Jahren einige Politiker gekostet. Da sei zuerst das britische Pendent zu Donald Trump – zumindest was den Haarschnitt angeht – ,Boris Johnson, genannt. Aber wenigstens noch nicht Theresa May.

Denn auch wenn das ganze britische Parlament den mit der EU ausgehandelten Vertrag nicht akzeptabel findet, so ist doch May erstmal wieder rehabilitiert. Und warum? Weil es schließlich auch nicht ihre Schuld ist.

Denn es sieht doch so aus, dass die EU schuld ist. Da will man den Briten die Reisefreiheit wegnehmen. Den Schengenraum. Klar, nur eingeschränkt, damit es auf dem irischen Teil nicht wieder zugeht wie im Circus Maximus. Aber das hatte man sich doch anders vorgestellt.

Eigentlich ja so wie immer: Ein bisschen Meckern, ein bisschen Kritik und schon hat man sein Ziel erreicht. Die positiven Vorteile genießen und sich um die negativen Aspekte herumdrücken. Nur das damit nach Jahrzehnten auch einmal Schluss sein muss!

Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich finde einen harten Brexit falsch! Ich möchte die Briten eigentlich in der Wertegemeinschaft Europa behalten. Aber man muss zu den Entscheidungen des Volkes stehen und nicht hier und da weiterverhandeln.

Denn politisches Kapital hat es die Briten schon einiges gekostet, Karrieren sind kaputt und die Verhandlungen durch das Ergebnis im Parlament leider ohne Erfolg. Oder vielleicht doch – ähnlich wie in Nordirland beim Konflikt mit der Republik.

Also in zwanzig Jahren. Und bis dahin: Abwarten und Tee trinken!

Geschrieben von Huba Too am 20.01.2019