Daten- & Diesel-Klau

Na, das ist ja etwas. Das neue Jahr 2019 ist noch nicht einmal eine Woche alt, da gibt es den ersten handfesten Skandal.

Irgendwer hat schon im letzten Jahr Daten von etlichen berühmten Personen geklaut und diese öffentlich gemacht. Leider ist ein Twitter-Account mit knapp siebzehntausend Abonnenten wohl nicht wichtig genug, um ernsthaft nachzuforschen…

Denn am Ende muss auch die Frage gestellt werden, wen das ganze interessiert. Brauche ich die aktuelle Telefonnummer von dem Haus von Sigmar Gabriel? Dann rufe ich einfach beim Hannoveraner Lieferdienst an. Brauche ich die letzten Rechnungen von Spitzenpolitikern? Damit ich mich an einer Neiddebatte beteiligen kann, bestimmt. Ansonsten habe ich doch erst Ende des vergangenen Jahres gelernt, dass meine Definition von Mittelstand sich mit der von einigen Politikern klar unterscheidet.

Und so ist es wie bei RTL. Ich habe keinen Vorteil von Big Brother oder dem Dschungelcamp. Und die Daten lagen doch sicherlich schon bei der NSA. Wobei: „Ausspionieren unter Freunden, das geht gar nicht!“ oder, Frau Merkel?

Dann ist es ja gut, dass die Hacker konsequent verfolgt wurden. Wer ist dafür eigentlich zuständig? Ach so, unser Bundesinnenminister und die ihm unterstellten Ministerien. Seehofer hat bestimmt eine Taskforce eingerichtet.

Oder auch nicht. Denn während sich seine Leute um Kopf und Kragen reden, ist Seehofer in Bayern. Und das ausgerechnet Seehofers Leute es sind, die im Laufe eines Skandals ihren Posten riskieren… Es ist noch alles wie 2018.

Wobei: Nicht ganz! Denn seit dem 01.01. darf man in Stuttgart nicht mehr Diesel fahren. Und zwar nicht so wie in Hamburg oder woanders auf einzelnen Straßen, sondern überall. Da muss man schließlich konsequent sein. Also im Prinzip.

Aber leider ist die Ausführung eher weniger konsequent. Oder gar nicht. Nur so theoretisch: Wenn man heute nach Stuttgart mit einem entsprechenden Diesel reinfährt und in einer zufälligen, verdachtsunabhängigen Kontrolle erwischt wird, dann kommt auf einen was zu: Eine mündliche Verwarnung. Und das noch einige Wochen lang…

Eine große Autostadt Deutschlands mit solchen Methoden. Schade, dass in den geleakten Unterlagen unseres Verkehrsministers Alexander Dobrindt kein Konzept hierfür steht. Aber vielleicht wenigstens die Überweisungen, die von der Automobillobby kommen könnten…

Wo ist der eigentlich? Ach so, in Bayern. Gemeinsam mit Seehofer und AKK auf einer Klausurtagung. Man könnte es vielleicht auch als Mafia-Treffen bezeichnen…

Es ist wohl eine der ganz wenigen Unrechtsgruppen, die es noch in Deutschland gibt. Und dabei dachte ich schon, wir hätten in der Nacht von Silvester auf Neujahr alle bösen Geister vertrieben.

Doch vielleicht ist auch dies ein Trugschluss. Vielleicht handelt es sich auch einfach um eine staatlich legitimierte Umweltverschmutzung. Eine riesige Menge an Feinstaub – und immer noch die gleichen Probleme wie zuvor.

Was man positiv sehen kann: Auch die Regierung hatte gute Vorsätze. Zum Beispiel rief Regierungschefin Merkel zu mehr miteinander reden in ihrer Ansprache auf. Vielleicht sollte man jetzt genau das machen, was sie sagt. Doch anscheinend meinte sie damit eigentlich: Mehr Ausreden machen. Und das sind wir ja aus dem letzten Jahr schon gewohnt…

Geschrieben von Huba Too am 06.01.2019