Und TSCHÜSS!

Nein, es ist kein Abschied für immer. Es ist noch nicht einmal ein Abschied für lange Zeit. Und auf jeden Fall wird am nächsten Wochenende eine neue Glosse kommen.

Aber es ist ein Abschied für dieses Jahr – mit Ausnahme des noch ausstehenden Beitrags auf der History-Seite. Was ich mich allerdings frage ist, ob dieser Abschied nicht für immer sein sollte?

Denn das scheint dieses Jahr zu repräsentieren. Jeder Jahresrückblick zeigt uns aktuell, dass 2018 geprägt war von Abschieden jeglicher Art.

Da wäre der Abschied vom Parteivorsitz. Ganze vier aktuell im Bundestag vertretenden Parteien haben den Vorsitz gewechselt.

Mit Baerbock und Habeck kamen die Grünen in einen großen Aufschwung, der sich in phänomenalen Landtagswahlergebnissen niederschlägt. Doch kommt nächstes Jahr der große Fall?

Die Frage braucht man sich bei Andrea Nahles schon gar nicht mehr zu stellen. 100% für den Parteivorsitz war gestern und gerade in der Affäre Maaßen, bei der sich dieser ja auch verabschiedete, sah sie ganz schlecht aus. Also bleibt uns die Frage: Wechselt die SPD nächstes Jahr zum dritten Mal in Folgen den Parteivorsitzenden und kommt damit nahe der Quote des Hamburger Sportvereins (von dessen Erstligazugehörigkeit wir uns als eine Konstante auch verabschiedet haben)?

Das wird das nächste Jahr zeigen. Ebenso, wer den Vorsitz der CSU übernimmt. Das die Antwort hierauf nur Söder lauten kann, ist so klar wie sonst etwas. Aber nach dem Ergebnis bei der Landtagswahl muss er sich vielleicht einmal fragen, ob er der richtige Mann ist. Wobei, solche Fragen stellt er sich wohl gar nicht. Die wichtige Frage für 2019 wird sein: Weiß er, wann Schluss ist? Sein Vorgänger Seehofer hält in diesem Jahr wohl sicher den Rekord für die meisten Rücktritte…

Auch die große Schwester, die CDU, hat in diesem Jahr den Vorsitz gewechselt. Nach 18 Jahren Merkel heißt es nun Kramp-Karrenbauer. Ist das Merkel 2.0? Nein, das glaube ich nicht. Denn das hieße Fortentwicklung und das sehen wir bei den Ansichten von AKK etwa zum Thema Homosexualität leider überhaupt nicht. Eher wieder Verhältnisse wie in den 70ern. Außer, dass die CDU offener ist. Eine echte Debatte; es wollte zwar keiner wirklich zuhören, aber es war eine Debatte. Dann schauen wir mal, ob sie sich im nächsten Jahr Merkels Krone schnappt: Ansonsten bleibt sie, wie der Traditionalist unter den Parteivorsitzenden Christian Lindner (seit 2013) sagte, eine „Deluxe-Generalsekretärin“. Wobei selbst das ist sie ja schon nicht mehr…

Und diese wechselhafte Stimmung zog sich ja durch das ganze Jahr und durch alle Bereiche: Vor der Fußball-WM und der Nations League dachten wir noch, unser Nationalteam könne das, wofür sie als Weltmeister vor vier Jahren bezahlt wurden. Vor dem bekanntesten Handyvideo des Jahres wäre „Hasi“ noch bei der Hetzjagd auf ausländische Mitbürger mitgerannt. Vor diesem Super-Sommer haben wir uns noch über Sonne gefreut und auch unser Umzug der Website war Anfang des Jahres noch nicht erwartbar gewesen.

Leider gibt es aber auch ein paar Angelegenheiten, bei denen sich nichts geändert hat. Europa ist am Abgrund (vor allem bei der in die Schlagzeilen geratenen italienischen Infrastruktur), die Automobilhersteller haben immer noch irgendwie kein Bock auf Entschädigungszahlungen in Europa für ihre Schummelware, die Briten wissen immer noch nicht, in welcher Art und Weise sie Ende März aus der EU geworfen werden und die AfD und Trump sind immer noch da.

Und so hätte ich nichts dagegen, wenn sich noch ein paar Sachen im nächsten Jahr ändern. Denn trotz aller Veränderungen wird eine Konstante bleiben: Diese Glossen am Wochenende werden immer kommen!

Geschrieben von Huba Too am 30.12.2018