Jahresmüdigkeit

Ich bin kaputt, geschafft und müde. Ein anstrengendes Jahr liegt hinter mir.

Und, ist das nicht irgendwie gemein? Kaum hört dieses in zwei Wochen auf, da fängt das nächste schon an. Verschnaufpause? Ne.

Klar, zwischen den Weihnachtsfeiertagen und den Heiligen Drei Königen hat man weniger zu tun, kann man Kraft tanken. Aber zwischen Familienbesuchen, Weihnachtsgeschenken und dem Wissen über das neue Jahr bleibt dort doch nicht so viel Zeit für.

Vielleicht sagt man Tschüss! Vielleicht macht man einfach mal bewusst eine Pause – eine Pause bis man selbst Lust hat, das neue Jahr zu beginnen. Mitte Februar? Oder erst wenn es im März wieder warm wird?

Doch das ist doch alle nur Gedankenspielerei. Denn die Wahrheit sieht doch anders aus: Im Januar liegen wieder Termine und das neue Jahr startet so, wie das Alte endete. Was hat sich geändert? Die Blätter auf meinem Kalender, aber sonst nichts.

Doch manchmal braucht man Entspannung. Und zwar nicht nur ich. Auch in der Politik geht das Jahr nun seinem Ende zu. Bloß keine Aufregung mehr! Dieses Jahr war wieder einmal voll von politischen Skandalen, überraschenden Rücktritten und dem Ende vieler Ären.

Doch jetzt ist gut. Besonders besinnlich geht man es scheinbar in Großbritannien an. Denn dort wird auch jede Aufregung vermieden. Warum sonst ist Theresa May wohl noch Regierungschefin? Wegen der unglaublichen Beliebtheit? Sicher nicht.

Vielmehr will man gerade keinen Wechsel. Man will aus der EU – freut sich aber nun noch ein letztes Mal über Weihnachten mit allen Produkten, die gut sind und Spaß machen. Ob es das nächstes Jahr noch gibt?

Und überhaupt, was wird 2019 bringen? Eine neue Kanzlerin in Deutschland. Eine weitere Annäherung zwischen Nordkorea und den USA. Einen Frieden in Syrien. Wer wird von uns gehen? All diese Fragen können wir jetzt natürlich nicht beantworten.

Doch wenn in jeder Stunde etliche Jahresrückblicke uns zeigen, was dieses Jahr alles passiert ist, sorgt das doch schon für Stress. Denn wo waren wir in der Zeit? Man erinnert sich an jedes Ereignis – und trotzdem hätte letztes Sylvester gestern sein können.

Lass uns entspannen und einfach zurücklehnen! Was das nächste Jahr bringt: Wir werden es schon früh genug sehen. Nun lass uns 2018 erstmal bis zum Schluss genießen und mit neuer Energie starten. Ausgelaugt sind wir jetzt, doch das Neue ist doch immer interessant und wir stehen jeden Morgen gerne auf – sind froh, dass wir es in diesem Jahr jeden Tag konnten und hoffen dasselbe fürs nächste Jahr. Denn aufregen werden wir uns, soviel ist sicher. Aber wir können uns doch auch einfach mal freuen. Über Gesundheit, Freundschaften, Liebe und das Leben. Und dies alles hat man auch schon zur Weihnachten.

Geschrieben von Huba Too am 16.12.2018