AKK für ein geeintes Deutschland?

Was war das spannend am Freitag! Wer wird es denn nun? Der unsympathische Gesundheitsminister, der sich mehr um soziale Themen kümmert, um irgendwie in den Nachrichten zu bleiben? Naja, dass es Spahn nicht wird, war ja nun sehr schnell klar.

Aber AKK – die konservative Homo-Gegnerin – und Friedrich Merz – der die Lobbyarbeit noch direkter machte als die Bahn und Autokonzerne in den letzten Wochen und Monaten. Das war spannend!

Am Ende waren es weniger Stimmen der Delegierten an Unterschied, als meine Stichstraße Einwohner hat. Für wen ich gewesen bin? Für Habeck.

Klar, der ist bei den Grünen und passt von seiner Art sicherlich nicht in die konservative CDU. Doch eins muss auch klar sein: Unter Merkel hat sich die CDU langsam aber sicher in die Mitte des politischen Spektrums verschoben. Und außerdem ist es doch bezeichnend, dass kein frisches, neues und unverbrauchtes Gesicht wie etwa Robert Habeck zur Wahl stand.

Natürlich ist Spahn – für ein Mitglied der CDU – doch noch im Kindergartenalter, aber der muss sich jetzt erstmal um das Land kümmern: Und zwar nicht als CDU-Chef, sondern als Bundesgesundheitsminister. Diese wichtige Aufgabe (hust, hust: Wofür haben wir denn die Pharmalobby) hat er in den vergangenen Wochen sträflich vernachlässigt.

Aber wisst ihr, was ich bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden echt entspannt fand: Es ist zwar anders als etwa bei den Grünen so, dass nur die Delegierten wählen durften. Aber dafür durfte wenigstens keiner aus Bayern wählen.

Noch schöner wäre es natürlich jetzt gewesen, wenn die dortigen Politiker auch ihre Klappe gehalten hätten, aber das üben wir dann beim nächsten Mal. Vielleicht sind sie ja nach den nächsten 18 Jahren volljährig und – Achtung, kaum vorstellbar – vernünftig geworden. Und Seehofer ist dann so vergreist, dass seine Sätze genauso enden wie die vom Ehren-CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber – nämlich gar nicht.

Und wo wir gerade bei Ehrenvorsitzenden sind: Merkel wird doch bestimmt eine in der CDU. Schließlich war sie christlich. Und hat demokratisch gewonnen. Und naja, das mit der Union – gerade mit dem Verhältnis zur CSU – darf man nun auch nicht zu genau nehmen.

Allerdings stammt mein Lieblingssatz zu diesem Thema von AKK selbst: Unmittelbar nach der Wahl bestätigte sie im Fernsehen, dass sie sich vorstellen könnte, einmal Kanzlerin zu sein. Ja, sach mal: Wofür machen wa denn den janzen Zirkus hier? Natürlich wirst du mal Kanzlerin. Wer denn sonst?

In der SPD ist ja keiner. Aber sonst müssen die mal Klinken putzen gehen. Vielleicht einmal durch Würselen, da wäre einer, der hätte wenigstens eine höhere Zustimmung bei der Wahl zum Parteivorsitzenden vorzuweisen. 

Und so traurig es ist: Robert Habeck wird es wohl nicht. Er könnte es. Er wäre aus meiner Sicht besser als alle anderen. Er kann sich selbst und die Politik der Partei kritisieren und wird nicht gleich von allen gehasst. ABER er ist halt von den Grünen.

Wobei, nach achtzehn Jahren stetigem Rücken von Rechts in die Mitte bis nach Links der CDU ist doch auch diese Ex-Hippie-Partei mit den Verrückten wählbar geworden, oder etwa nicht?

Geschrieben von Huba Too am 09.12.2018