Achtung Baustelle

Ich war gestern auf dem Weg durch unsere Republik. 500 Kilometer, hauptsächlich Autobahn.

Dabei ist mir etwas aufgefallen. Denn während schließlich gefühlt jedes Teilstück der Autobahn gleich aussieht, so unterscheiden sie sich doch in einem sehr wichtigen Kriterium: Aktuelle Baustelle oder nicht.

Die gelben Linien auf der Straße, die uns an meist stillstehenden Fahrzeugen vorbei geleitet haben und die Masse an Warnbarken allein auf diesem kleinen Stück – keine Frage: Bei uns ist ziemlich viel kaputt und muss repariert werden.

Dazu passten auch die Nachrichten in dieser Woche. Denn während mir zwei niedliche Kinder zugewunken haben und eine schöne Fahrt (zumindest bis zur nächsten hessischen Baustelle) gewünscht haben, macht StraßenNRW nur ein hässliches, halb unleserliches Schild mit der Aufschift

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Und wenn ich gar kein Verständnis habe? Wenn es mich nervt, überall stehen zu müssen und ich keinen einzigen Bauarbeiter zu Gesicht bekomme? Das steht leider nicht dort drauf. Aber für so etwas haben wir ja schließlich sogar einen Bundesminister. Im Grunde sogar zwei. Mein Problem hierbei:

Sowohl der Verkehrsminister Alexander Scheuer als auch der Bauminister Horst Seehofer sind von der CSU. Und die mag ich nicht. Nichts Persönliches, liebe Minister, ich bin mir sicher, dass ihr EUER Bestes tut. Nur dass ich denke, dass dies noch viele, viele Leute in Deutschland besser könnten als ihr.

Gut, dass der Seehofer bald weg ist. Wenn er denn im Januar wirklich zurücktritt. Der Umgang Seehofers mit seinem Rücktritt ähnelt ja in seiner Verständlichkeit schon sehr stark den Reden von Edmund Stoiber – der letzte Christliche Politiker, der eine Bundestagswahl verlor.

Dabei hatte er doch ein großes Selbstbewusstsein. Genau wie der vielleicht kommende Kanzler: Friedrich Merz. Im Alleingang will er es schaffen können, die Umfragewerte der AfD zu halbieren. Das traut er sich zu, sagt er. Schade, Herr Merz: Aber ich traue Ihnen das nicht zu. Weil ich nämlich gar kein Konzept dafür sei.

Klar, so etwas Innovatives wie ein Konzept hat die AfD auch nicht, aber das tut hier nichts zur Sache. Denn vielleicht hat Herr Merz ja doch eine Chance: Er könnte der AfD oder gleich Frau Weidel Geld geben. Geld, was nicht angemeldet wird. Geld, was später zurück überwiesen werden kann.

Dieser Skandal um Fraktionschefin Weidel wird die Partei sicherlich noch ein bisschen beschäftigen, und vielleicht halbiert es ja deren Umfragewerte, wenn alle sehen, dass die AfD auch nicht besser als die anderen ist.

Und Friedrich Merz kann als Mitglied von etlichen Vorständen genug Geld nachschieben. Und wenn man es dann auf ihn zurückverfolgen kann? Er wäre ja nicht der erste CDU-Politiker, der über Parteispenden stolpert…

Geschrieben von Huba Too am 18.11.2018