Bayerische Wände

O Gott! Letzte Woche kam nicht! Hört er jetzt auf zu schreiben?

Keine Sorge. Meine Parallelen mit der CSU und ihrer alleinigen Regierungszeit in Bayern sind doch noch nicht so gravierend.

Wobei ich ja überlegt habe, in den Verein dort einzusteigen? Habe aus dritter Hand gehört, dass da bald ein Platz frei wird. Und dann hat man mir auch noch gesagt, dass man mit dem Job ganz viel mitreden kann. Und zwar nicht nur in einem Bundesland, was ja eigentlich gar keine richtigen Städte hat, sondern nur Saufbuden, sondern in ganz Deutschland. Die elementare Frage für mich war: Will ich das denn?

Und ich denke, dass dies gar nicht so schlecht wäre. Denn es müsste sich einiges ändern. Ich bin gegen Raketentest im Moorgebiet, gegen Baumhäuser mit Brandschutzverordnungen und erst Recht gegen Fahrverbote.

Doch was bringt es mir, gegen alles zu sein. Klar, ich kann nicht so eindringlich wie Herr Dobrindt eine bescheuerte Maut fordern, aber ich möchte nicht mit anderen Anti-Parteien verglichen werden. So wie mit einer scheinbaren Alternative, die zumindest noch nicht ihre rechtsnationalistische Flüchtlingspolitik erhalten hat.

Darum sollte jeder morgen bei der Landtagswahl in dem Bundesland, welches sich für das wichtigste der Welt hält, vielleicht doch CSU wählen. Denn wie der Urvater der Bayern Franz-Josef Strauß schon richtig erwähnte:

Rechts von uns ist die Wand!

Und gegen diese nationalverblödete Wand scheint die CSU gerade zu fahren. Der Wahlslogan „Weil es um Bayern geht“ klingt populistisch, aber so hört sich doch quasi jeder Wahlslogan an.

Und Kruzifixe hin oder her: Das Fischen mit geklauten Meinungen von verabscheuungswürdigen Pseudo-Alternativen, nur, um ein oder zwei Prozent mehr in Bayern zu erreichen, dass kann doch wirklich nicht sein.

Warum man sein Kreuz doch nicht bei der CSU machen sollte: Weil sie alles dafür tun, um die AfD noch einmal rechts zu überholen. Meinetwegen bleibt doch konservativ. JA, ich vertrete bei der gleichgeschlechtlichen Ehe eine anderen Meinung. JA, ich bin für eine Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen. Aber ich bin eben nicht rassistisch. Ich bin nicht nationalistisch. Ich bin nicht fremdenfeindlich. Und darum werde ich erst Recht kein Teil von eurem kleinen Verein.

Wisst ihr, wer wohl morgen zweitstärkste Partei wird? Die Grünen. Genau. Eine Partei, die gerade im Thema Einwanderungspolitik Prinzipientreue gezeigt hat – eine Eigenschaft, für die diese Partei zugegebenerweise auch nicht unbedingt bekannt ist. Ich werde jeden Wähler begrüßen, der sein kleines Kreuz nicht bei populistisch-rassistischen Parteien macht.

Und dann werde ich mich hier betätigen. Was soll ich in einem Land mit absoluten Mehrheiten, bei dem allerdings Selbstbewusstsein und Ego nicht nur jegliche Kompetenz überschreitet, sondern bestimmte Gruppen der Bevölkerung wie anno dazumal ausschließt. Bei mir ist kein Platz für „Weil es um Bayern geht“. Mir geht es um Menschlichkeit.

Und hoffentlich morgen auch möglichst vielen anderen Menschen in diesem Bundesstaat.

Geschrieben von Huba Too am 13.10.2018