Die Meinung eines Politikers

Schon wieder eine Woche vorbei. Das ging schnell. Es war doch gerade eben erst, dass ich hier saß und die letzten Glosse geschrieben habe.

Klar, seitdem ist einiges passiert. Ein Erdbeben in der CDU löste einen Tsunami in Asien aus. Oder so ähnlich. Und der türkische Sultan Erdogan ist mal wieder im Land. Doch was bedeutet das alles wirklich?

Denn am Ende ist ja doch alles weg – egal wie sicher es ausgesehen hat. Das musste ja nun auch Volker Kauder feststellen. Als, Zitat von ihm, Fraktionsfotze angetreten und in 13 Jahren zum ersten Mal einen Gegenkandidaten. Und dann gleich verloren gegen einen Ostwestfalen. Noch schlimmer ist doch fast nur Sachsen.

Aber was hat Kauder nicht schon alles miterlebt. Ich sag es ganz ehrlich: Ich kann nicht einmal die Hälfte der Krisen aufzählen, durch die er die Fraktion in Einheit geführt hat. Wohl aber noch die, wo dies nicht geklappt hat: Flüchtlingskrise, Mautproblematik oder Herdpremienstress um nur einige Beispiele zu nennen.

Hat Kauder es also schlecht gemacht? Ein großer Waffenhersteller aus seiner Region wird sich für seinen Einsatz sicherlich bedanken. Aber was sagt die breite Masse. Kennt sie Kauders Politik überhaupt?

Ich weiß es nicht. Denn Kauders Politik ähnelte doch schon verblüffend der von Kanzlerin Angela Merkel. Und auch wenn in 13 Jahren einiges passiert ist, waren ihre Meinungen doch relativ, wie kam es ausdrücken, flexibel.

Nach dem NSA-Skandal:

Abhören unter Freunden, das geht gar nicht!

Schade, dass auch der BND fleißig abgehört hat. Außer wir haben eben doch keine Freunde mehr. Oder nach der Finanzkrise, als Merkel die Banken stärker überwachen wollte. Mehr Freiheiten als jetzt hatten sie quasi nie.

Doch die entscheidende Frage ist ja, ob das heute noch irgendjemanden stört. Denn woran hängen sich die Kritiker von Merkel denn auf? An den flexiblen Meinungen, an den Schwankungen, an der Stärkung des Lobbyismus. Nein, nein und nochmal nein.

Das Problem der deutschen Masse besteht doch anscheinend darin, dass sie EIN EINZIGES Mal bei ihrer Meinung geblieben ist. Bei der Meinung, dass wir tatsächlich ein Land sind, welches Menschen in Not helfen kann. Ein Land, welches dazu verpflichtet ist, Menschenleben zu retten.

Die Leute scheinen Flexibilität inzwischen genauso zu lieben wie der Arbeitgeber und sie hassen es, wenn sich Politiker ein echtes Profil zulegen. Musste Kauder deswegen gehen? Nein. Er musste gehen, weil er abgewählt wurde. Mit den Waffen der Demokratie geschlagen und mit Herrn Brinkhaus nun ein neues Gesicht. Ob der aber neuen Wind reinbringt…

Und überhaupt. Es ändert sich doch nichts. Die Zeit fliegt vorbei und vergessen jeden Skandal, bis einer bleibt. Genauso, wie irgendwann auch er eine Meinung vertreten wird. Und vielleicht fällt auch er darüber. Aber bis dahin hat er ja noch einige Jahre…

Geschrieben von Huba Too am 30.09.2018